Frisches Brot vom Bäcker, ein selbstgebackener Laib oder der Kastenroggen vom Supermarkt: Wer Brot falsch lagert, hat nach zwei Tagen entweder Schimmel oder eine trockene Steinscheibe. Dabei ist die richtige Aufbewahrung von Brot einfacher als viele denken, wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet.
In diesem Artikel erfährst du welche Bedingungen Brot wirklich braucht, welche Methoden funktionieren und welche Fehler fast jeder macht.
Brot richtig lagern
Die wichtigsten Grundregeln beim Brot lagern
Brot braucht drei Dinge um frisch zu bleiben: die richtige Temperatur, Luftzirkulation und Schutz vor zu viel oder zu wenig Feuchtigkeit.
Temperatur: Die optimale Lagertemperatur liegt zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Das ist normale Zimmertemperatur, kein Kühlschrank, keine Heizungsnähe, keine direkte Sonneneinstrahlung.
Luftzirkulation: Brot gibt beim Lagern Feuchtigkeit ab. Diese muss irgendwo hin, sonst entsteht ein feuchtes Mikroklima in dem Schimmel prächtig gedeiht. Luftdichte Behälter sind deshalb fast immer eine schlechte Idee.
Schnittkante schützen: Sobald ein Brot angeschnitten ist, trocknet die offene Fläche schnell aus. Stelle das Brot deshalb immer mit der Schnittkante nach unten, auf ein Holzbrett oder auf den Boden des Brotbehälters. So bleibt die Krume saftig.
Wie lange hält sich Brot bei richtiger Lagerung?
Die Haltbarkeit hängt stark von der Brotsorte ab. Als Faustregel gilt: Je mehr Roggen und Sauerteig enthalten ist, desto länger hält sich das Brot. Der natürliche Säuregehalt des Sauerteigs hemmt Schimmelpilze und Bakterien.
| Brotsorte | Haltbarkeit bei Zimmertemperatur |
|---|---|
| Weißbrot, Toastbrot | 2 bis 3 Tage |
| Weizenmischbrot | 3 bis 4 Tage |
| Roggenmischbrot | 4 bis 6 Tage |
| Vollkornbrot | 5 bis 8 Tage |
| Sauerteigbrot | 6 bis 9 Tage |
| Knäckebrot und Zwieback | Mehrere Monate trocken gelagert |
Selbstgebackenes Brot verhält sich genauso wie gekauftes, mit einer wichtigen Ausnahme: Es muss nach dem Backen vollständig auskühlen bevor es in einen Behälter kommt. Warmes Brot schwitzt beim Abkühlen und erzeugt genau das feuchte Klima das Schimmel begünstigt.
Die besten Methoden zum Brot aufbewahren
Brotkasten oder Brottopf
Der klassische Brotkasten ist für die meisten Haushalte die praktischste Lösung. Entscheidend ist das Material.
Ton und Steingut sind die beste Wahl. Die poröse Oberfläche nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie bei Bedarf langsam wieder ab. Das Brot bleibt dadurch länger saftig und schimmelt seltener. Der einzige Nachteil: Die Kruste wird etwas schneller weich.
Holz reguliert Feuchtigkeit ebenfalls gut und ist eine schöne und nachhaltige Option. Wichtig ist dass der Holzbrotkasten Luftschlitze hat damit Luft zirkulieren kann.
Metall und Kunststoff funktionieren nur dann gut wenn sie ausreichend Lüftungslöcher haben. Luftdicht schließende Behälter aus diesen Materialien sind ungünstig.
Egal welches Material: Den Brotkasten einmal pro Woche mit Essigwasser auswischen. Essig tötet Schimmelsporen ab und verhindert dass sich Krümel zu einem Nährboden für Bakterien entwickeln.
Papiertüte
Die Bäckertüte aus Papier ist eine gute kurzfristige Lösung für ein bis zwei Tage. Das Papier nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie kontrolliert ab. Für größere Laibe oder längere Aufbewahrung stößt die Papiertüte jedoch an ihre Grenzen weil das Brot dabei schneller austrocknet.
Offene Lagerung auf einem Holzbrett
Für den schnellen Verbrauch innerhalb von zwei bis drei Tagen ist die offene Lagerung auf einem Holzbrett sogar eine der besten Methoden. Die Luftzirkulation hält die Kruste knusprig und das Holz reguliert die Feuchtigkeit an der Schnittfläche. Das Brot dabei mit der Schnittkante nach unten auf das Brett stellen.
Einfrieren
Das Einfrieren ist mit Abstand die beste Methode wenn Brot über mehrere Tage hinaus aufbewahrt werden soll. Das Brot in Scheiben schneiden, portionsweise einfrieren und nach Bedarf einzelne Scheiben direkt im Toaster auftauen. Das Ergebnis schmeckt nahezu wie frisch gebacken. Im Tiefkühler hält sich Brot bis zu drei Monate.
Was du beim Brot lagern unbedingt vermeiden solltest
Plastiktüten: Der häufigste Fehler überhaupt. Plastik ist nicht atmungsaktiv. Die Feuchtigkeit die das Brot abgibt bleibt im Beutel und schafft ideale Bedingungen für Schimmel. Einzige Ausnahme: Beim Einfrieren ist eine luftdichte Plastikverpackung sinnvoll.
Kühlschrank: Im Kühlschrank kristallisiert die Stärke im Brot durch den Prozess der Retrogradation bis zu dreimal schneller als bei Zimmertemperatur. Das Brot wird schnell trocken, hart und verliert seinen Geschmack. Im Kühlschrank gelagert altert Brot schneller als bei normaler Zimmertemperatur. Einzige Ausnahme: Im Hochsommer bei sehr heißen und feuchten Temperaturen kann der Kühlschrank sinnvoll sein um Schimmel zu verhindern.
Lagerung neben Knäckebrot oder Zwieback: Trockene Backwaren nehmen die Feuchtigkeit von frischem Brot auf. Immer getrennt lagern.
Warmes Brot sofort verpacken: Selbstgebackenes oder frisch gekauftes warmes Brot gehört erst auf ein Gitter zum vollständigen Auskühlen bevor es in einen Behälter kommt.
Was tun wenn Brot schimmelt?
Sobald du auf dem Brot Schimmel entdeckst, egal ob weißer Flaum oder grüne Flecken, muss der gesamte Laib entsorgt werden. Schimmelsporen verbreiten sich unsichtbar durch das gesamte Brot. Das Herausschneiden des betroffenen Stücks reicht nicht aus. Den Brotkasten danach gründlich mit Essigwasser reinigen um Sporen abzutöten.
Altes Brot verwerten statt wegwerfen
Auch Brot das schon etwas trocken geworden ist muss nicht in den Müll. Brot kurz mit etwas Wasser benetzen und im Ofen bei 150 Grad für etwa zehn Minuten aufbacken. Es schmeckt danach fast wie frisch. Trockene Scheiben in Würfel schneiden und zu Croutons rösten, ideal für Salate und Suppen. Altes Brot zu Semmelbröseln verarbeiten und einfrieren. Scheiben in etwas Milch einweichen und als French Toast in der Pfanne ausbacken.
Die richtige Aufbewahrung beginnt beim Behälter
Wer Brot täglich frisch und schimmelarm aufbewahren möchte, kommt an einem guten Brotbehälter nicht vorbei. Ein unglasierter Tontopf oder ein atmungsaktiver Holzbrotkasten sind dabei die nachhaltigste und effektivste Wahl. In unserem Shop findest du eine Auswahl an Aufbewahrungslösungen für die Küche die sowohl funktional als auch schön sind. Wer seine Küche nachhaltig und stilvoll einrichten möchte, findet bei uns auch Keramik und Steingut für die Küche sowie unsere Isabelle Rose Butterdose als passenden Begleiter zum frischen Brotgenuss.
Häufige Fragen zum Thema Brot lagern
Nein, in der Regel nicht. Im Kühlschrank altert Brot durch die Retrogradation der Stärke bis zu dreimal schneller als bei Zimmertemperatur. Eine Ausnahme gilt nur im Hochsommer bei sehr feuchter Hitze.
Eine Papiertüte vom Bäcker funktioniert für ein bis zwei Tage gut. Noch besser ist die offene Lagerung mit der Schnittkante nach unten auf einem Holzbrett. Plastiktüten solltest du dabei unbedingt vermeiden.
Häufige Ursachen sind Lagerung in Plastik, zu warme und feuchte Umgebung, ein verschmutzter Brotkasten mit alten Krümeln oder Brot das noch warm verpackt wurde. Regelmäßiges Reinigen des Brotbehälters mit Essigwasser hilft deutlich.
Ja, das ist sogar die beste Methode für längere Aufbewahrung. In Scheiben einfrieren und direkt aus dem Tiefkühler im Toaster auftoasten. Im Tiefkühler hält sich Brot bis zu drei Monate.
Genauso lange wie gekauftes Brot der gleichen Sorte. Wichtig ist dass es vor der Lagerung vollständig ausgekühlt ist. Sauerteigbrot hält sich durch den natürlichen Säuregehalt besonders lange.
Einmal pro Woche mit einem in Essigwasser getränkten Tuch auswischen. Das tötet Schimmelsporen ab und verhindert Bakterienwachstum durch alte Krümel.
Meist liegt es daran dass der Brotkasten nicht ausreichend belüftet ist, zu selten gereinigt wird oder das Brot noch nicht vollständig ausgekühlt war bevor es in den Kasten kam.
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