Wunder Po, strahlende Haut – und eine große Frage: Darf ich eigentlich Windelcreme verwenden, wenn ich Stoffwindeln nutze? Die kurze Antwort: Ja, aber nicht jede. Die längere Antwort findest du hier.
Windelcreme und Stoffwindeln
Warum Windelcreme und Stoffwindeln überhaupt ein Thema ist
Wer auf Stoffwindeln umsteigt, hört schnell: „Bloß keine Creme!“ Doch das stimmt so pauschal nicht. Das eigentliche Problem sind bestimmte Inhaltsstoffe in manchen Cremes – nicht Windelcreme an sich. Wer weiß, worauf er achten muss, kann beides problemlos kombinieren.
Diese Inhaltsstoffe können Stoffwindeln schaden
Einige Wirkstoffe in herkömmlichen Wundschutzcremes bilden einen wasserabweisenden Film auf den Fasern der Stoffwindel. Dieser Film lässt sich oft nicht vollständig herauswaschen und beeinträchtigt langfristig die Saugfähigkeit.
Besonders kritisch sind:
Petrolatum (Vaseline): Der häufigste Übeltäter. Petrolatum ist ein Mineralölprodukt, das Synthetikfasern überlagern und versiegeln kann. Bei Naturmaterialien wie Baumwolle oder Hanf lässt es sich mit einer guten Waschroutine meist noch herauswaschen – bei Mikrofaser oder Polyester bleibt es häufig haften.
Mineralöle allgemein: Ähnlich wie Petrolatum können andere Mineralölderivate die Fasern beschichten und die Wasserdurchlässigkeit dauerhaft reduzieren.
Zinkoxid in hoher Konzentration: In normaler Dosierung ist Zinkoxid kein Problem. In sehr hoher Konzentration, wie in manchen speziellen Wundschutzpasten, kann es sich in den Fasern festsetzen.
Diese Inhaltsstoffe sind unbedenklich
Die gute Nachricht: Viele moderne Windelcremes – besonders aus dem Naturkosmetikbereich – verzichten auf okklusive Mineralölprodukte und sind damit gut mit Stoffwindeln verträglich.
Unbedenklich sind unter anderem:
- Pflanzliche Öle (Mandelöl, Kokosöl, Jojobaöl)
- Calendula-Extrakte
- Panthenol (Dexpanthenol)
- Zinkoxid in normaler Dosierung
- Sheabutter und andere Pflanzenbutter
Cremes auf Naturkosmetik-Basis wie die Weleda Calendula Wundschutzcreme oder ähnliche Produkte gelten in der Stoffwindel-Community als gut verträglich.
Die einfachste Lösung: Windelvlies oder Liner
Wenn du dir bei einer Creme nicht sicher bist oder eine fetthaltige Wundschutzcreme verwenden musst, gibt es eine unkomplizierte Lösung: Windelvlies (auch Liner oder Fleece-Liner genannt).
Das dünne Vlies wird einfach zwischen Babyhaut und Einlage gelegt. Es schützt die Saugschicht vor Cremeresten, lässt sich nach der Benutzung entsorgen oder – je nach Material – sogar mehrfach waschen. Viele Stoffwindel-Eltern nutzen Windelvlies grundsätzlich bei jedem Wickeln, nicht nur bei Creme-Einsatz.
Was wirklich gegen wunden Po hilft
Bevor du zur Creme greifst, lohnt es sich, die Ursache zu kennen:
Häufiger wickeln: Ein wunder Po entsteht oft durch zu lange Kontaktzeit mit Feuchtigkeit. Gerade bei Neugeborenen oder bei Durchfall hilft häufigeres Wickeln mehr als jede Creme.
Luft, Luft, Luft: Der beste Windelausschlag-Helfer kostet nichts. Lass dein Baby so oft wie möglich ohne Windel strampeln – schon 10–15 Minuten mehrmals täglich machen einen großen Unterschied.
Nur Wasser zur Reinigung: Feuchttücher enthalten oft Duftstoffe und Konservierungsmittel, die empfindliche Babyhaut reizen. Lauwarmes Wasser und ein weicher Waschlappen sind oft schonender – und auch nachhaltiger.
Wollüberhosen: Wer Wollüberhosen als Außenschicht nutzt, profitiert von der natürlichen Feuchtigkeitsregulierung der Wolle. Fettwolle (Lanolin) pflegt gleichzeitig die Babyhaut.
Zinkpaste bei akutem Wundsein: Wenn der Po schon wund ist, hilft Zinkpaste oder Dexpanthenol zuverlässig – in diesem Fall immer mit einem Windelvlies als Schutz für die Einlage kombinieren.
Zusammenfassung: Das kannst du dir merken
- Windelcreme und Stoffwindeln schließen sich nicht grundsätzlich aus
- Cremes mit Petrolatum oder Mineralölen können Einlagen dauerhaft schädigen – am besten meiden
- Naturkosmetik-Cremes auf Pflanzenbasis sind meist unbedenklich
- Im Zweifel einfach ein Windelvlies einlegen – Problem gelöst
- Oft hilft mehr Luft und häufigeres Wickeln besser als jede Creme
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Häufig gestellte Fragen zu Windelcreme und Stoffwindeln
Bepanthen Wundschutzcreme enthält Petrolatum und sollte daher nicht direkt auf die Einlage kommen. Mit einem Windelvlies als Schutzschicht ist die Verwendung aber problemlos möglich.
Naturkosmetik-Cremes auf Pflanzenbasis – zum Beispiel mit Calendula, Panthenol oder pflanzlichen Ölen – sind in der Regel gut verträglich. Achte darauf, dass kein Petrolatum oder Mineralöl in der Zutatenliste steht.
Bei mineralölhaltigen Cremes und Synthetikfasern kann das tatsächlich passieren. Bei Naturmaterialien wie Baumwolle lässt sich die Creme meist noch herauswaschen. Mit Windelvlies lässt sich das Risiko komplett vermeiden.
Ein Windelvlies (auch Liner) ist ein dünnes, weiches Vlies, das zwischen Babyhaut und Einlage gelegt wird. Es schützt die Einlage vor Cremeresten und Stuhl, lässt sich leicht entfernen und je nach Material waschen oder entsorgen.
Nein – Stoffwindel-Babys haben oft weniger Probleme mit wundem Po als Kinder in Wegwerfwindeln, weil die Haut besser atmen kann. Häufiges Wickeln und Luftbäder sind oft ausreichend. Creme ist nur bei Bedarf nötig.TeilenInhalt
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